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02.10.2021, 13:44 Uhr

Stehendes Totholz ist artenreicher Lebensraum

In der Dellbrücker Heide werden tote Birken durch Birkenporling und den an diesen Pilz gebundenen Gelbbindigen Schwarzkäfer besiedelt...

Fruchtkörper des Birkenporlings an absterbender Sandbirke, der durch den Gelbbindigen Schwarzkäfer besiedelt ist
Fruchtkörper des Birkenporlings an absterbender Sandbirke, der durch den Gelbbindigen Schwarzkäfer besiedelt ist
© H. Sticht
Der Begriff "Totholz" ist eigentlich völlig unpassend. Der Baum selbst oder Teile davon mögen zwar abgestorben sein, doch bleiben diese höchst lebendig. Spechte - in der Dellbrücker Heide Bunt-, Grün- und der gefährdete Kleinspecht - können erst in geschwächten Bäumen Höhlen anlegen, die nachfolgend anderen Vogelarten, Hummeln, Fledermäusen oder Nagetieren Unterschlupf bieten. Unzählige Pilz- und Insektenarten können nur die absterbenden oder abgestorbenen Teile eines Baums besiedeln. Ein schönes Beispiel von vielen ist die Verbindung zwischen Sandbirke (Betula pendula), Birkenporling (Fomitopsis betulina) und Gelbbindigem Schwarzkäfer (Diaperis boleti) im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide.

Der Birkenporling besiedelt ausschließlich Verletzungen an bereits geschwächten Birken und baut nachfolgend die Zellulose ab. Sowohl die Larven als auch die fertig entwickelten Exemplare des Gebbindigen Schwarzkäfers ernähren sich von Teilen des Birkenporlings.

Gelbbindiger Schwarzkäfer
Gelbbindiger Schwarzkäfer
© Thomas Stumpf
Die Käfer überwintern im abgestorbenen Holz des Baums.

Dieses Beispiel, das ja auch nur einen Mini-Ausschnitt aus der tatsächlichen Fülle sichtbar macht, zeigt, wie entscheidend es für die biologische Vielfalt ist, dass absterbende und abgestorbene Bäume in der Fläche belassen werden.