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10.02.2019, 19:51 Uhr

10 Minuten-Takt auch bei Eingleisigkeit möglich

NVR hat mögliche Szenarien geprüft...

© Bündnis Heideterrasse
Ein 10-Minuten-Takt bei Eingleisigkeit auf den 560 Metern des Naturschutzgebiet Thielenbruch bleibt auch nach näherer Prüfung möglich. Das ist das Zwischenergebnis nach einem Treffen am 4. Februar von Deutscher Bahn, Nahverkehr Rheinland sowie der betroffenen Naturschutzbehörden und Naturschutzverbände.

Der 10-Minuten-Takt zwischen Köln und Bergisch Gladbach soll zukünftig durch die Ergänzung der Linie S 10 ermöglicht werden. Der Planungsauftrag für die DB ist, diesen Takt mit einer durchgängigen Zweigleisigkeit auf der bisher eingleisigen Strecke zwischen Dellbrück und Gladbach herzustellen. Sachlich betrachtet ist dies aber auch möglich, wenn der 560 Meter kurze Abschnitt im Naturschutzgebiet Thielenbruch eingleisig bleibt. Zwar sind hierfür zusätzliche Maßnahmen wie bspw. ein zusätzliches Gleis im Bhf. Bergisch Gladbach notwendig. Doch Verspätungen bis zu 5 Minuten können auch bei eingleisiger Strecke im Thielenbruch aufgefangen werden, ohne dass es zu einer Verspätungsübertragung auf folgende Züge kommt. Größere Verspätungen allerdings würden dazu führen, dass eine S-Bahn wie bisher bereits in Dellbrück oder zukünftig in Duckterath "umkehrt". Reisende nach Gladbach müssten dann auf den Bus umsteigen oder auf die - zukünftig schneller - nachfolgende S-Bahn.

Wanderherde über den Thielenbruch
Wanderherde über den Thielenbruch
© Bündnis Heideterrasse
Der eigentliche Engpass auf der Strecke liegt nicht im Thielenbruch, sondern am Kölner Hauptbahnhof und Deutzer Bahnhof. Das wurde durch den NVR auch nochmal bestätigt. Hier kommt es aufgrund stark gestiegener Fahrgastzahlen seit Jahren zu einer Verlängerung der Abfertigungszeiten. Dieser Engpass soll durch den Bau eines neuen Gleises bzw. Bahnsteigs an beiden Bahnhöfen beseitigt werden. Daher ist die Wahrscheinlichkeit zukünftig auch deutlich geringer, dass es zu Verspätungen kommt. Dennoch bleibt aus Sicht von DB und NVR eine durchgängige Zweigleisigkeit die beste Option, u.a. da der eingleisige Abschnitt im Thielenbruch eine "Aufwärtskompatibilität" - bspw. die Einrichtung einer dritten S-Bahn-Linie - verhindern würde.  

Im Rahmen der noch folgenden Leistungsphasen 3 und 4 werden die unterschiedlichen Szenarien noch eingehender geprüft werden, kündigte die DB Netz AG an. Klar ist auch, dass der noch aufzustellende Umweltbericht auch die 0-Variante, also die Eingleisigkeit im Thielenbruch zum Gegenstand haben wird.

Der Bau eines zweiten Gleises im Naturschutzgebiet Thielenbruch würde einen erheblichen Eingriff in das nahezu einmalige Schutzgebiet bedeuten, der möglicherweise nicht kompensierbar ist (wir berichteten). Nur bei Nachweis der so genannten zwingenden Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses sind Eingriffe in das FFH-Gebiet möglich. Aus Sicht der Naturschutzverbände sind diese aber nicht gegeben, da der notwendige 10-Minuten-Takt auch ohne ein zweites Gleis umsetzbar ist.

TG