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04.07.2020, 01:24 Uhr

Hotelbau trotz Planfeststellungsverfahren

Obwohl Planfeststellungsverfahren noch läuft baut der Flughafen ein neues Hotel, das Bestandteil des Verfahrens ist...

© Bündnis Heideterrasse
Bereits im November 2018 bemängelte die Lärmschutzgemeinschaft Köln/Bonn, dass der Flughafen trotz laufendem Planfeststellungsverfahren im Vorgriff ein neues Hotel plante. Wie der Generalanzeiger damals berichtete sei dieses Planfeststellungsverfahren aus Flughafensicht freiwillig. Was nur die halbe Wahrheit ist: der Flughafen hatte illegal ein Flugvorfeld errichtet, das er nicht nutzen kann, solange es nicht nachträglich durch das Verfahren legalisiert wird.

Dieses Hotel steht nun im Rohbau. Der Flughafendirektor Vanneste prahlt schon mit der obersten Etage: hier ermögliche demnächst ein Glasaufbau einen Rundumblick. Fraglich ist, ob dabei die Nachbarschaft zum Vogelschutzgebiet Wahner Heide beachtet worden ist. Es erfüllt einen Straftatbestand, mittels Glasfronten den Tod von Vögeln in Kauf zu nehmen. Eine Gefahr, die in einem Vogelschutzgebiet mit zahlreichen streng geschützten Arten deutlich erhöht ist. Der BUND hat daher eine Anfrage nach Umweltinformationsgesetz gestellt, um festzustellen, ob die rechtlichen Vorschriften beachtet worden sind. Laut Bundesumweltministerium sterben jährlich in Deutschland mindestens 18 Millionen Vögel an Glas, weil sie es nicht erkennen können.

Der Flughafen Köln/Bonn ist übrigens zweitbester Regionalflughafen Europas, wie Vanneste stolz gegenüber dem Generalanzeiger verkündete. Das ist insofern bemerkenswert, als dass die CDU-FDP-Landesregierung im letzten Jahr einen Landesentwicklungsplan beschlossen hat, der keine Regionalflughäfen mehr vorsieht.

Wie drückte es noch der alte Hasbacher Käding in dem 2002 erschienen Bildband über die Wahner Heide aus: "...alle zwanzig Jahre ist irgendein Trottel gekommen und wollte diesen Flughafen puschen und einen Mega-Flughafen daraus machen. Das ist jedes Mal in die Hose gegangen."