24.02.2024, 10:55 Uhr

Avifauna des Dünnwalder Walds

Ornithologische Untersuchung aus 2023 zeigt eine derzeit mäßig hohe Bedeutung für die Vogelwelt auf...Naturschutzmaßnahmen dringend notwendig...

Mandarinenten
Mandarinenten
© Bündnis Heideterrasse
Die Gesamtartenzahl der Vogelarten im Dünnwalder Nordosten kann angesichts der Größe des Untersuchungsraums als mäßig hoch bezeichnet werden. Ähnliches gilt für die Zahl der festgestellten Reviervogelarten.

Hohe Anteile des Untersuchungsraums - das zukünftige Naturschutzgebiet Isborns Heide und Hommelsheimer Bruch und angrenzende Bereiche - sind noch durch Forstökosysteme geprägt, die für eine Vielzahl ehemals bzw. potenziell vorkommender Arten keine geeigneten Lebensraumstrukturen aufweisen. Gleichzeitig ist der zumindest auf hohen Flächenanteilen vorbildlich extensive Umgang des Forstamts mit Fichtenforsten (ohne großmaschinelle Räumung und nachträgliche Aufforstung), die in Folge der seit 2018 auftretenden Sommerdürren abgestorben waren, hervorzuheben. Hierdurch wurde auf diesen Standorten eine naturnahe Waldentwicklung mit hohen Anteilen stehenden Totholzes ermöglicht. Dies hatte z.B. positive Auswirkungen auf die Bestände von Gartengrasmücke und Grauschnäpper. Diese Effekte sind ferner für weitere Arten wie Kleinspecht und Fitis zu erwarten.

Moorgewässer
Moorgewässer
© H. Sticht
Daneben sind aus der Vergangenheit Vorkommen gefährdeter Arten (BUND KÖLN 2019) bekannt, die im vorliegenden Jahr nicht mehr festgestellt werden konnten. Insofern könnte der regional oder überregional negative Bestandstrend bzw. schlechte landesweite Erhaltungszustand diverser Arten einen nicht unerheblichen Grund für die aktuell mäßig hohe Bedeutung des Gebiets darstellen.

Das Potenzial des Untersuchungsgebiets als Refugium für eine diverse Avifauna kann als deutlich höher eingeschätzt werden als der aktuelle Bestand. Voraussetzung für ein Ausschöpfen dieses Potenzials ist eine Restauration und Aufwertung ehemaliger und reliktär vorhandener geschützter Lebensraumtypen. Neben der bereits weitgehend umgesetzten Aufgabe forstwirtschaftlicher und wasserbaulicher Eingriffe sowie der bereits in Umsetzung befindlichen Wiedervernässung von Moorlebensräumen sind folgende Maßnahmen von wesentlicher Bedeutung:

Moorwaldrelikte
Moorwaldrelikte
© H. Sticht
• Wiedervernässung von Standorten der Feuchtwälder,

• ggf. Rückbau wasserbaulicher Anlagen im Bereich der Fliessgewässer (u.a. Verrohrungen, Eintiefungen, Begradigungen),

• Rückbau nicht standortheimischer Forste,

• Auflichtung von Forsten standortheimischer Arten,

• Freistellung von Binnendünen und Entwicklung von Trockenrasen und Zwergstrauchheiden sowie verschiedenen Sukzessionsstadien,

• Wiederherstellung und naturschutzorientierte Bewirtschaftung von Mager-Grünland,

• Weitestgehende Reduzierung von Störungen und Einträgen durch vollständige Nutzungsaufgabe (inkl. Jagdverbot) und ein effektives Erholungslenkungskonzept.

Die Untersuchung kann nachfolgend heruntergeladen werden: