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31.12.2016, 21:51 Uhr

Naturschutzgeschichte Thielenbruch

Entwicklung des Schutzgebiets von 1969 bis heute...

Vielblütige weißwurz im Tiefenbruch
Vielblütige weißwurz im Tiefenbruch
© Holger Sticht
Die erste Unterschutzstellung von etwa 20 ha im Bereich Katharinenkammer erfolgte 1969. Damit zählt das Naturschutzgebiet Thielenbruch nach der Wahner Heide (1931) zu den ältesten Naturschutzgebieten Kölns. Leider waren damals bereits weite Teile des Gebiets durch Bebauung vernichtet oder durch Entwässerungen im Zuge des Baus des Kölner Randkanals, durch die Schienenstrecke, Straßen sowie Pipelinetrassen entwertet worden.

Nach 1969 ist das Schutzgebiet schrittweise erweitert worden: 1978 um 38 ha des Thurner Walds, ab 1993 mit dem Quellgebiet der Katharinenkammer auch auf Bereiche des Rheinisch-Bergischen Kreises. Hier erfolgte auch die letzte Erweiterung 2008 auf die Bruchwälder des Handbachs. Die heutige GesamtGröße beträgt 72 ha. Als FFH-Gebiet wurde im Jahre 2001 ein 62 ha großer Anteil unter Schutz gestellt.

Junger Eichenbirkenwald auf ehemals offener Binnendüne
Junger Eichenbirkenwald auf ehemals offener Binnendüne
© Holger Sticht
Das, was sich heute im Vergleich zu früher nur noch auf kleine Restflächen konzentriert, ist dennoch von herausragendem, landesweit bedeutsamem Naturschutzwert. Das enorme Potenzial ist derzeit aufgrund des Mangels von Naturschutzmaßnahmen auch bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. So sind bspw. die Binnendünen, die heute zu den großflächigsten auf der Heideterrasse nach jenen der Wahner Heide und des Königsforsts zählen, in den letzten Jahrzehnten nahezu vollständig bewaldet. Auch fehlt ein besserer gesetzlicher Schutz u.a. von Tiefenbruch und dem eigentlichen Thielenbruch südlich des heutigen Naturschutzgebiets. Auch hier mangelt es an Maßnahmen zur Wiedervernässung und zur Erholungslenkung.

Ziegentrift im Tiefenbruch 2009
Ziegentrift im Tiefenbruch 2009
© Holger Sticht
Die Stadt Köln hat ihre Naturschutzarbeit seit Jahren auf die nur etwa 1 ha kleine Freifläche des Kalkniedermoores in der Katharinenkammer fokussiert, da hier der dringendste Bedarf besteht. Zwischen 1989 und 2008 hatte der kreis- und verbandsübergreifende AK Biotopvernetzung unter Leitung von Dr. Joachim Melke entscheidende Aufbau- und Entwicklungsarbeit für den Thielenbruch und das gesamte Kemperbachsystem geleistet. Das Bündnis Heideterrasse setzt diese Arbeit seit etwa 2009 fort. Zu den ersten Maßnahmen zählte die bessere Biotopvernetzung durch eine Wanderherde zwischen Wahner und Dellbrücker Heide, die auch den Thielenbruch einbezog. 

HS