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05.12.2020, 16:28 Uhr

Sandtrockenrasen für Kreuzkröte und Zauneidechse

Im Rahmen des IP LIFE Atlantische Sandlandschaften wurde Lebensraum für Kreuzkröte, Zauneidechse und Haarginster wiederhergestellt...

Böschung mit Zwergstrauchheide und offenen Kiesflächen, auf welchen die Spätblühende Traubenkirsche entnommen wurde
Böschung mit Zwergstrauchheide und offenen Kiesflächen, auf welchen die Spätblühende Traubenkirsche entnommen wurde
© BUND Köln
Im Rahmen des integrierten LIFE-Projekts "Atlantische Sandlandschaften" sind im Kölner Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide Sandtrockenrasen als Lebensraum für die Kreuzkröte (Bufo calamita) und die Zauneidechse (Lacerta agilis) wiederhergestellt worden. Die beiden gefährdeten Arten stehen im Fokus des Naturschutzprojekts, das die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gemeinsam durchführen. Die Umsetzung erfolgte durch die Bezirksregierung Münster in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln und dem nordrhein-westfälischen Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW).

Die Dellbrücker Heide, ein Bestandteil des Naturraums Bergische Heideterrasse, ist ein wichtiges Refugium für Arten unbewaldeter Lebensräume wie Sandtrockenrasen und Sand-Ginsterheiden. Bestandteil des 40 ha großen Naturschutzgebiets ist außerdem eine ehemalige Kiesabgrabung. Hier befindet sich auch eine der letzten Kreuzkrötenpopulationen der Region. Die eigentlichen Lebensräume der Kreuzkröte, Trockenrasen und Heideflächen, grenzen unmittelbar an das Ufer des Abgrabungsgewässers. Hier kommt gleichzeitig auch die Zauneidechse vor.

Männliche Zauneidechse
Männliche Zauneidechse
© H. Sticht
Ziel der Maßnahme war es, ehemalige Sandtrockenrasen (u.a. Sandstraußgrasfluren mit Berg-Sandglöckchen) und Sandginsterheiden (mit Heidekraut und Haarginster), auf welchen in den letzten 15 Jahren dichte Gehölzsukzession insbesondere der invasiv neophytischen (aus Nordamerika stammende Art, die sämtliche einheimischen Arten verdrängt) Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina) aufgewachsen war, wiederherzustellen und damit zusätzlichen Lebensraum für die beiden Arten zu schaffen. Hierfür war es erforderlich, die Gehölze samt Wurzelwerk und Streuauflage mit einem Minibagger zu entnehmen und auf diese Weise offene Rohböden aus Sand und Kies herzustellen. Einzelne ältere Bäume wurden nicht entnommen, sondern auf den Stock gesetzt. Somit wurden mosaikartige Strukturen aus niedrigen Kopfbäumen und liegendem Totholz geschaffen, die u.a. für die Zauneidechse von Bedeutung sind.

Die Entwicklung der Fläche wird in den kommenden Jahren durch ein Monitoring begleitet. Mit Hilfe unserer Ehrenamtler wird im kommenden Jahr zudem eine Nachsorge durchgeführt, um evtl. neu keimende Traubenkirschen zu entfernen. Nach der überaus positiven Erfahrung mit ähnlichen Maßnahmen im Naturschutzgebiet freuen wir uns auf die Entwicklung der Maßnahmenfläche in den kommenden Jahren.

Zum IP LIFE-Projekt Atlantische Sandlandschaften 

© www.sandlandschaften.de