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18.06.2021, 19:10 Uhr

Verlängerung von 3 und 18 durch den Thielenbruch?

Bündnis Heideterrasse lehnt Bauvorhaben wegen erheblichen Naturschutzkonflikten und fehlendem Bedarf ab...

Der Eichen-Hainbuchenwald der Kemperbachsümpfe, ein FFH-Lebensraumtyp, würde erheblich verkleinert und beeinträchtigt werden
Der Eichen-Hainbuchenwald der Kemperbachsümpfe, ein FFH-Lebensraumtyp, würde erheblich verkleinert und beeinträchtigt werden
© Bündnis Heideterrasse
Seit Jahren wird neben der Erhöhung des Takts auf der S 11 auch die Verlängerung der Stadtbahnlinien 3 und 18 durch den Thielenbruch diskutiert. Nun wollen mit einem Antrag vom 17. Juni die Kreistagsfraktionen von CDU, Grünen, SPD, FDP und Freien Wählern im Rheinisch-Bergischen Kreis die Verwaltung beauftragen, die Machbarkeit dieser Baumaßnahme "intensiviert" zu prüfen.

Gegen Prüfaufträge ist nie etwas einzuwenden. Auch ist die Aufgabe klar, den öffentlichen Personen-Nahverkehr zu stärken. Allerdings ist auch klar: eine Verlängerung auf der ehemaligen Trasse bedeutete massive Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet und in die Geschützten Landschaftsbestandteile, die erhebliche, nicht absehbar aufzulösende Konflikte mit dem Natur- und Landschaftsschutz erzeugen würden. Insofern ist es etwas realitätsfern zu suggerieren, es bestünden keine grundsätzlichen Konflikte. Auch die Bevölkerung würde einen gut frequentierten Wanderweg verlieren. Ferner steht der Bedarf durchaus in Frage, denn der 10-Minuten-Takt der S 11 wird - ob mit oder ohne Zweigleisigkeit - kommen und eine ungleich schnellere Verbindung zu Kölner Stadtteilen herstellen. Dasselbe gilt für die Aufwertung der Radpendlerroute.

All das ist nicht neu. Insofern wirkt dieser erneute Anlauf eher wie ein "mit dem Kopf durch die Wand". Die wesentlichen Eingriffe würden schließlich in Kölner Schutzgebieten stattfinden, und über diese kann der Rheinisch-Bergische Kreis nicht befinden.

Das Bündnis Heideterrasse lehnt solche zusätzlichen baulichen Eingriffe ab, da sie ökologisch unverträglich sind und kein Bedarf besteht. Was wir brauchen sind eine Aufwertung bestehender Verbindungen: ein 10-Minuten-Takt auf der S 11 (ohne Zweigleisigkeit im Naturschutzgebiet machbar) sowie eine Radpendlerroute, für welche vornehmlich der bestehende Straßenraum zur Verfügung zu stellen ist.