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03.08.2019, 17:30 Uhr

Renaturierung des Rothenbachmoores Teil2

in die neu geschaffenen Flächen ziehen schon die ersten neuen Bewohner ein

Wie schon berichtet, wurden im Rothenbachmoor Anfang des Jahres erste Maßnahmen zur Renaturierung des ursprünglichen Heidemoores unternommen.
Es wurde etliche Quadratmeter Bäume gerodet und durch Aufstauung ein neuer Flachwassertümpel angelegt. 
Der Rothenbach mäandriert nun wieder durch einen offenen, besonnten Bereich. Der untere Teil des Rothenbachmoores ist wiedervernässt und vielseitig, aber nicht so hoch bewachsen.
Die Sonne scheint nun wieder auf den Boden und erwärmt ihn.

Und wie erhofft, läßt der Erfolg nicht lange auf sich warten. Diesen neuen Lebensraum haben 2 Libellenarten schon angenommen, die es hier schon lange nicht mehr, bzw. noch gar nicht gegeben hat: die gefleckte Smaragdlibelle und der südliche Blaupfeil.

Beide Libellenarten brauchen genau das, was sie nun hier vorfinden und was so selten geworden ist und in einem dichten, schattigen Wald normalerweise nicht vorkommt. Der südliche Blaupfeil ist eine neue Art für den Stallberger Wald, er sitzt nun in Wassernähe auf dem warmen, nackten Boden oder auf kurzen Hölzchen. Von dort fliegt er kurz auf, um zu jagen oder Rivalen zu verjagen. Und typisch Blaupfeil, kommt er immer zielgenau auf seinen Ausgangspunkt, genannt Sitzwarte, zurück. 

Ganz anders die gefleckte Smaragdlibelle. Sie zieht unverdrossen den ganzen Tag über dem flachen Bach ihre Runden. Den ganzen Tag, stundenlang. Das sie sich mal setzt, kommt selten vor und dann nur für einen kurzen Moment. Diese Libellenart ist sehr selten und kommt immer nur in sehr geringer Anzahl vor. Ihr letzter Nachweis im NSG Gagelbestand ist von 1988. 

Das ist ein toller Erfolg für die Renaturierungsmaßnahmen und zeigt, daß man sich vielmehr Gedanken über ursprüngliche Landschaften und deren Bewohner machen sollte.
Wird diese Fläche weiterhin gepflegt und offen gehalten, werden wir in den nächsten Jahren noch viele solche erfreulichen Entdeckungen machen können.

VK